The Casual Lounge im Test: Erotik nach Belieben

Seit 2014 ist der Anbieter The Casual Lounge auf dem deutschen Sexdate-Markt vertreten. Dabei versucht das Portal mit einem neuen Vermittlungskonzept, die Suche nach ungezwungen Abenteuern ohne jegliche Verpflichtungen zu gewährleisten. Damit sich nicht alle Männer auf die gleichen Frauen stürzen, bekommen hier die Herren der Schöpfung passende Kontaktvorschläge, die zu ihren sexuellen Vorlieben passen. Die Damen haben die freie Wahl und können nach Belieben unter den Männern auswählen. Daher kommt bei den jeweiligen Geschlechtern ein recht unterschiedliches Dating-Gefühl auf. Wobei die Chancen insgesamt recht gut sind und unseren Testern das Flirten sehr viel Spaß gemacht hat.

Wie bei vielen Casual-Börsen kann man hier auf verschiedene Interessen und Absichten stoßen. So finden sich verheiratete Männer und Frauen, die Abwechslung in einem Seitensprung oder einer langfristigen Affäre suchen. Daneben gibt es auch Singles, die sich dem Casual-Lebensstil verschrieben haben und folglich eher an lockeren und ungezwungenen Beziehungen interessiert sind.

Insgesamt zeigt der Anbieter ein recht durchmischtes Bild. Zwar fanden wir die gebotenen Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme ausreichend, aber insgesamt waren wir von den Suchfunktionen und Kontaktvorschlägen eher enttäuscht. Das liegt aber auch daran, dass ein Großteil der 150.000 Mitglieder keine Profilfotos verwendet und der jeweilige Steckbrief ohne Bild recht „leer“ ist. Für die Verabredung eines Sextreffens haben unsere Tester im Vergleich zu anderen Casual-Portalen recht lange gebraucht, weil mehr Nachrichten verschickt werden mussten, damit sie erst einmal etwas über den Gegenüber erfahren.

Wenn man seitens der Plattform ein wenig mehr Wert auf den Inhalt der Profile legen würde und die Vorlieben dezent eingliedern könnte, wären die Ergebnisse sicherlich ein wenig besser. Dennoch ist das neue Konzept einen Versuch wert, da vor allem Frauen nicht mit Anfragen überhäuft werden.

Viele Frauen auf der Suche nach Casual-Dates

Am wichtigsten beim Online-Dating ist die Mitgliederstruktur. Während bei anderen Erotik- und Singlebörsen fast immer die Herren in der Überzahl sind, überzeugt The Casual Lounge mit einem höheren Frauenanteil von 54 %. Die Männer sind demnach leicht in der Unterzahl und werden recht schnell von passenden und attraktiven Damen angeschrieben. Dabei sind die Absichten und vor allem sexuellen Fantasien recht verschieden. Von den Klassikern wie Anal- oder Oralsex geht es bis zu verschiedenen Fetisch-Vorstellungen oder auch Swinger-Partys.

Wir haben User aller Altersgruppen gefunden, dennoch fällt schnell auf, dass vor allem Mitglieder von 30 bis 40 Jahren besonders stark vertreten sind. Statisch gesehen, ist hier der Wille zur Suche nach Seitensprüngen und Affären am größten, sodass es uns nicht weiter im Testbericht verwundert hat.

Anders als bei anderen Partnervermittlungen und Casual-Plattformen kann man bei der Anmeldung eigenes und gesuchtes Geschlecht nicht frei wählen. Daher ist dieses Portal für lesbische oder schwule User nicht geeignet. Diesen Umstand fanden wir insgesamt recht merkwürdig, da sich auf einigen Casual-Seiten auch bisexuelle Männer und Frauen anmelden, die neue Erfahrungen mit dem gleichen Geschlecht suchen. Sie werden von dem Anbieter sofort ausgeschlossen. Hier sehen wir ein wenig Nachholbedarf seitens der Firmenpolitik.

Gezielte Sexpartnersuche trotz recht spartanischer Profile

Vor dem Flirten und Suche nach Sexpartner musst du auf den jeweiligen Erotikbörsen erst einmal das Profil erstellen. Bei The Casual Lounge ist dies recht schnell erledigt. Es bedarf lediglich der Eingabe der Vorlieben, wobei man zum Beispiel zwischen den Folgenden wählen kann:

  • Amateur Sex
  • Analsex
  • Bondage & SM
  • Dirty Talk
  • Erotische Spielzeuge
  • Fetisch
  • Romantischen Sex
  • Tatoos & Piercings

In diesem Bereich sollte für jeden etwas dabei sein. Letztlich kann man sogar Fantasien mit anderen Paaren auswählen. Alles was das Casual-Herz begehrt, wird hier folglich unterstützt.

In der Profilansicht werden diese Spielarten rechts relativ groß mit eindeutigen Symbolen angezeigt. Außerdem wird durch ein Häkchen verdeutlicht, welche Fantasien man ebenfalls ausgewählt hat. So wird auf einen Blick klar, wie gut ihr übereinstimmt.

Auf der linken Seite befindet sich das Profilbild. Darunter ein kleiner Freitext als Kurzvorstellung. Die meisten User tragen hier ein, was sie suchen und erwarten von dem Gelegenheitssex. Manchmal sind auch explizite Fantasien genannt, die ausgelebt werden wollen.

Darunter gibt es dann generelle Informationen zum Beziehungsstatus, Aussehen und Wohnort. Außerdem kann jedes Mitglied angeben, in welchen Regionen es sich erotischen Treffen vorstellen kann. Bei Nutzern aus Berlin oder Hamburg beispielsweise stehen meist diverse Stadtviertel zur Auswahl.

Am Ende finden sich noch Hinweise zu den eigenen Suchkriterien des jeweiligen Users. So kann man leicht checken, ob man überhaupt in das jeweilige „Beuteschema“ passt und sich so ein Anschreiben überhaupt lohnt.

Insgesamt empfanden wir die Steckbriefe als recht spartanisch. Dennoch sind wir durch die gezielte Suche nach Vorlieben mit den jeweiligen Nutzern schnell ins Gespräch gekommen. Wir würden uns jedoch ein wenig mehr freuen, wenn es detaillierte Angaben zur Lebenssituation oder vielleicht einige Freitexte zum Charakter der Person selbst gäbe. Dann würde sich das Kennenlernen und Zusammenkommen ein wenig einfacher gestalten.

Mit der privaten Nachricht zum Sex-Date

Das Portal setzt bei der Vermittlung von Casual-Kontakten auf klare Strukturen und einfache Bedienungsmöglichkeiten. So ist die Webseite in einem schlichten Weiß-Grau gehalten mit einigen rosa Akzenten. Sobald man auf ein Profil klickt, werden unter dem Bild die möglichen Kontaktoptionen angezeigt. Hier unterscheidet der Anbieter wiederum zwischen Männer und Frauen. Beide Geschlechter können Nachrichten verschicken. Diese sind auf 1000 Zeichen begrenzt. Dies entspricht in etwa 150 Wörtern, je nach Schreibstil 10-15 Sätzen. Hier setzt sich der ganze Stil der Sexpartnervermittlung fort. Es geht um einfache und kurze Nachrichten. Die Mitteilungen sind ähnlich, wie bei WhatsApp organisiert. So kann man schnell sehen, mit wem man was geschrieben hat und auch mit demjenigen chatten.

Daneben gibt es noch einen Like-Button, den Frauen und Männer zur Verfügung haben, wenn man auf ein Bild klickt. So kann man relativ einfach Interesse signalisieren und der Gegenüber kann dann zielgerichtet eine Konversation beginnen, wenn ihm das Profil gefällt.

Frauen haben zudem noch die Möglichkeit bei Steckbriefen aus der eigenständigen Suche ein „Matching“ zu vereinbaren. Der Nutzer bekommt dann einen Vorschlag via E-Mail zugesandt und kann mit einem Klick sofort das Profil der Dame besuchen. Das Flirten kann dann viel zielgerichteter und schneller vonstattengehen. Allerdings muss der potenzielle Sexpartner die Initiative übernehmen wollen.

Chance auf reales Date oder alles nur Fakes?

Am Ende eines Flirtens auf einer Casual-Plattform sollte ein lockeres und ungezwungenes Treffen stehen, das auch mit unverbindlichem Gelegenheitssex perfektioniert werden kann. Unsere Tester waren recht zufrieden mit dem Angebot auf der Seite. Nach der sehr schnellen Registrierung innerhalb von 10 Minuten, erhält man auch schon die ersten Kontaktvorschläge. Die sind auf die Fantasien abgestimmt, sodass man erste Vorstellungen relativ unkompliziert besprechen kann.

Wir haben andere Nutzer gefunden, die auch online waren und nach einigen Chat-Nachrichten gab es erste Gemeinsamkeiten. Außerdem verständigten sich unsere Tester zeitig über die Absichten, sodass alle wussten, dass es sich nur um etwas Einmaliges handelt. Wir haben ungefähr 30 Anfragen gestellt und mit 20 verschiedenen Usern reale Dates vereinbart. Dabei haben wir uns vor allem in kleineren Cafés etwas abseits der großen Stadtzentren getroffen. Auch wenn keines dieser ersten Treffen mit einem prickelnden Abenteuer endete, so haben wir uns doch für einige „Spielstunden“ verabreden können. Echte Dates kann man folglich hier finden, jedoch muss man den Nutzer ihre Freiheiten lassen und nicht alles auf eine Karte setzen. Man sollte auch bei der ersten Nachricht nicht mit der Tür ins Haus fallen, da dies die meisten eher verschreckt.

Wir empfehlen ein lockeres und aufgeschlossenes Vorgehen. Außerdem solltest du unbedingt ein Profilbild hochladen, damit die Damen oder Herren sofort wissen, ob sie dich anziehend finden. Die Erfolgsrate für Anschriften wird damit verzehnfacht. Wenn du dann noch freundlich und humorvoll schreibst, ist das Casual-Date gesichert.

Kosten und Preise für das ungezwungene Vergnügen

Wie bei allen Singlebörsen und Partnervermittlungen wirbt auch die Erotikseite mit einer kostenlosen Anmeldung. Dazu gehören die Erstellung des Profils und der Erhalt von Kontaktvorschlägen. Sobald es um das Lesen von Nachrichten geht, müssen zumindest die Männer sich mit den Preisen vertraut machen. Frauen können komplett kostenfrei flirten. Dafür bedarf es nicht einmal einer Verifizierung oder eines ID-Checks wie bei Lustagenten oder JOYclub.

Für beide Geschlechter ist das Schreiben von Mitteilungen folglich in der Basis-Mitgliedschaft möglich. Doch was nützt ein Gesprächseinstieg, wenn man die Antwort nicht lesen kann. Für den vollen Flirtspaß und Einsicht in die private Galerie können die Männer zwischen folgenden Abos wählen:

  • Vierteljahres Vertrag für 39,90 Euro pro Monat
  • Halbjahres Vertrag für 29,90 Euro pro Monat
  • Jahres Vertrag für 19,90 Euro pro Monat

Die Bezahlung kann dabei via Kreditkarte, Bankeinzug oder Überweisung erfolgen. Auf der Abrechnung ist nur der Name iMedia888 GmbH zu sehen, sodass es keinerlei Probleme wegen der Anonymität und Diskretion geben sollte.

Datensicherheit und Fake-Schutz

Anonymität und Diskretion spielt beim Casual-Dating eine besondere Rolle. Wer möchte schon von unpassender Werbung im elektronischen Postfach belästigt werden, nur, weil die Datenschutzerklärung die Weitergabe von persönlichen Daten an Dritte nicht ausschließt. Bei The Casual Longe gibt es recht umfangreiche Bestimmungen, die die Weiterleitung von Kundendaten nicht zulässt, wenn keine Genehmigung dazu gegeben wurde. Du musst bei der Registrierung folglich aufpassen, wo du einen Haken setzt.

Login- und Zahlungsinformationen werden über sichere SSL-Verbindungen übertragen. Folglich besteht keine große Gefahr, dass deine persönlichen Daten abgefangen werden. Somit agiert der Anbieter in diesem Bereich sehr vorbildlich.

In der Kategorie Fake-Schutz gibt es nur die Prüfung der Bilder durch einen Mitarbeiter. So werden folglich vor allem offensichtliche „Schummler“ abgehalten. Enttäuscht hat uns, dass neben einem ID-Check oder einer Authentifizierung nicht einmal die Möglichkeit für Nutzer besteht, aufdringliche User oder Mitglieder mit falschem Interesse zu melden. Hier wünschen sich unsere Tester einen besseren Schutz vor Fakes. Dennoch haben wir keinerlei Spam-Nachrichten erhalten und konnten relativ ungestört mit den verschiedenen Singles flirten.

Gibt es eine Dating-App von The Casual Lounge?

Eine native Applikation für das mobile Flirten auf dem Smartphone gibt es bisher noch nicht von diesem Portal. Dies verwundert auch nur wenig, da sich die Plattform vorrangig an Menschen richtet, die auf der Suche nach einem Seitensprung oder einer Affäre sind. Eine Anwendung, die erst auf das Handy geladen werden muss, würde dort Spuren hinterlassen.

Die Lösung für dieses Problem stellt eine Web-App dar. Dabei handelt es sich um eine Software, die über den normalen Browser gestartet werden kann. Durch das responsive Design passt sich die aufgerufene Seite dann automatisch der Erscheinung des jeweiligen Displays an. Gegenüber der Desktop-Version kann man hier sehr bequem die verschiedenen Buttons erreichen und muss nicht erst umständlich über die ganze Seite scrollen.

Die Web-App stellt alle Funktionen bereit, die es auch auf der Desktop-Variante gibt. Du kannst folglich auch vom Handy aus Nachrichten schreiben oder lesen und deine Kontaktvorschläge einsehen. Frauen können ebenfalls die Suche bedienen. Wenn man seine Spuren verwischen möchte, muss man nur den Browserverlauf des Smartphones löschen. In puncto Anonymität ist dies die beste Möglichkeit. Dennoch würden wir uns an dieser Stelle wünschen, dass es für Nutzer, die einfach nur eine Casual-Beziehung führen wollen, eine native App gibt. Sie müssten dann nicht erst den Browser aufrufen, sondern könnten schnell und einfach über ein Icon auf dem Display zum Portal gelangen.

Genug von Sextreffen? Die Kündigungsmodalitäten im Überblick

Wenn man genug von den Casual-Beziehungen hat oder vielleicht einfach nicht die richtigen Nutzer auf dem Portal findet, sollte man über die Kündigung des Premium Abonnements nachdenken. Der abgeschlossene Vertrag wird sich um die gewählte Laufzeit automatisch verlängern, wenn man nicht innerhalb der Frist die Mitgliedschaft beendet. Laut den AGB des Anbieters ist dafür ein formloses Anschreiben nötig, dass als Fax an die Nummer 089953992159 geschickt werden und folgende Punkte beinhalten muss :

  • E-Mail-Adresse
  • Nickname
  • Kündigungsgrund
  • Persönliche Kündigungs-ID

Die Fristen unterscheiden sich dabei je nach gewähltem Abo wie folgt:

  • Vierteljahres Vertrag: 4 Wochen vor Ablauf
  • Halbjahres Vertrag: 6 Wochen vor Ablauf
  • Jahres Vertrag: 8 Wochen vor Ablauf

Wenn man sich an die Vorgaben hält, klappt die Beendigung des Vertrages ohne Probleme, aber dass es nur die Möglichkeit der Kündigung via Fax gab, empfanden wir als kundenunfreundlich. Hier könnte die Casual-Seite noch nachbessern.

Für die Kommunikation mit dem Kundensupport steht lediglich eine E-Mail-Adresse zur Verfügung. Unter support@thecasuallounge.ru ist der Kundendienst erreichbar. Auf unsere Anfrage wurde schnell und kompetent geantwortet. Dennoch teilte man uns mit, dass eine Beendigung von Verträgen nur via Fax vorgesehen ist.

Fazit des Erfahrungsberichts

Am Ende unseres Tests zeigt sich eher ein gespaltenes Bild. Wir empfanden vor allem die unterschiedlichen Suchfunktionen für Frauen und Männer als sehr gut. Dadurch werden die Damen selbst viel aktiver und haben auch Zeit zu antworten, da sie nicht wie bei anderen Portalen durch eine Flut an Nachrichten abgelenkt werden. Auch hat uns erfreut, dass Männer, die nach 4 Wochen keine Mitgliedschaft eingehen wollen, gelöscht werden. So kann man sich sicher sein, dass die meisten User ernste Absichten verfolgen.

Vor allem die recht leeren Profile haben uns aber verunsichert. Der Erstkontakt oder das Anschreiben fällt deutlich schwerer als bei größeren Anbietern wie Secret.de oder First Affair. Dass einige Nutzer nicht einmal ein Profilbild nutzen, macht die Sache noch einmal komplizierter.

Dennoch findet man echte Dates und aufgeschlossene Menschen zum Austausch von Fantasien und zur Vereinbarung von Sextreffen. Die Suche dauert nur etwas länger als auf anderen Portalen. Dennoch ist dieser neue Vermittlungsansatz einen Versuch wert. Besonders Frauen haben es einfacher und können aktiver werden.

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